Lieferantenaudit

Lieferantenaudits sind ein wichtiger Bestandteil der Lieferantenqualifizierung und -überwachung. Sie laufen im Wesentlichen nach denselben Regeln ab wie alle Qualitätsaudits. Zur effektiven und effizienten Durchführung sind jedoch einige Besonderheiten zu beachten. In den meisten Fällen wird bei den Lieferanten ein Prozessaudit durchgeführt. Hierbei werden die Prozesse überprüft, die für das beschaffende Produkt angewendet werden. Allgemein werden aber auch generelle Audits durchgeführt, um das Unternehmen besser kennen zu lernen und um das Risiko einer Zusammenarbeit zu minimieren.

Grundsätzlich müssen bei den Lieferantenaudits, je nach Anwendungsfall, die folgenden Punkte berücksichtigt werden:

- Die Prozesse im Unternehmen und das Prozessmanagement 

- Grundlagen der Lieferantenüberwachung: Forderungen von ISO 9001:2015 und IATF 16949:2016, VDA 6.3 (Prozessaudits beim Lieferanten)

- Die Auditnorm ISO 19011:2011: Audittätigkeiten und Auditorenqualifikation

- Besonderheiten beim Lieferanten

- Qualitätsmanagementvereinbarungen: Nutzen für Kunden und Lieferanten 

- Rechtliche Aspekte: Produktsicherheit und Produkthaftung

Lieferanten sind im modernen Qualitätsmanagement mehr als nur Bezugsquellen für Ware. Gerade Schlüssellieferanten sollten in angemessenen Abständen auditiert werden um Risiken ausschließen zu können. Das Lieferantenaudit ist somit nicht mehr nur Kontroll- und Überwachungsinstrument, sondern dient beiden Partnern, dem Lieferanten wie auch dem Kunden als gemeinschaftlich genutztes Werkzeug zur ständigen Verbesserung.